VW Abgasskandal: Der Weltkonzern aus Wolfsburg im Umbruch?

Lange Jahre sah es so aus, als wäre Volkswagen, als wäre die Marke VW auf dem Weg zur absoluten Nummer 1 auf der Welt, bei den Verkaufszahlen, Beschäftigten, bei den Aussichten für die Zukunft und bei der Popularität ebenfalls. Doch dann kam heraus, dass sich der Konzern ausgerechnet auf dem wichtigen und hart umkämpften Markt in Amerika die Blöße gegeben hat, es kam dort zu Manipulationen einer Software, um dadurch höhere Abgaswerte als akzeptabel durchgehen zu lassen. Davon erholt sich das Unternehmen zwar, muss aber zugleich hohe Milliardensummen leisten als Schadensersatz und keiner weiß, wie viele Klagen vielleicht auch noch in anderen Ländern drohen.

Erfolgsspuren und Betrug

Trotzdem ist und bleibt VW der größte Konzern und Autobauer in Deutschland, vorerst auf jeden Fall. Seit 1937 am Start und ursprünglich von Adolf Hitler höchstpersönlich ausersehen, den sprichwörtlichen Volkswagen zu bauen, umfasst die Firma heute unzählige Beteiligungen und andere Marken von Audi über Bugatti bis hin Scania Lastern und Ducati Motorrädern. Immerhin erwirtschaftet man damit viele Milliarden Euro und beschäftigt zudem hunderttausende Menschen, es gibt zudem ein politisches Interesse am deutschen Automobilbau und so schien nach den Übernahmen von Porsche, den Krisen bei der Konkurrenz in Japan und Amerika und vielen neuen, schnittigen Modellen alles in Butter. Doch dann kam der Skandal.

Mitte September 2015 musste VW einräumen, dass man Dieselautos manipuliert hatte in Amerika, ein Umstand, der sofort zum Einbruch der Aktie führte und seitdem unzählige Milliarden Euro an Schadensersatz und Bußgeldern verschlungen hat. Millionen Autos auf der ganzen Welt mussten zurückgerufen werden, auf Kosten des Unternehmens natürlich, und es ist bis jetzt nicht absehbar, wie hoch die Gesamtkosten am Ende ausfallen werden.

Der Standortvorteil im 21. Jahrhundert

Dazu kommt aber auch eine andere Gefahr. Ausgerechnet Dieselautos sind betroffen und VW gab sich große Mühe, diese Technologie mit den feinsten Softwarelösungen zu manipulieren, während zugleich überall auf der Welt das Elektroauto zum Siegeszug ansetzt. Kann Volkswagen da mithalten? Immerhin verfügt man über bedeutende Standorte rund um Wolfsburg und das Bundesland Niedersachsen würde kaum in der Form bestehen und wirtschaftlich prosperieren, wenn die Autofirma ihren Sitz an anderer Stelle hätte. Gut möglich also, dass VW die Kräfte des alten Standorts, die Erfahrung und Verlässlichkeit und vielleicht auch den politischen Umstand nutzt und sich in Zukunft weiterhin am Markt behauptet, dann aber vor allem mit Elektroingenieuren im Team und weniger mit schlichten Maschinenbauern.